
Sebastian Arthofer, MSc PKV-Experte |
Zuletzt aktualisiert: 27.05.2026
Zwei eigene Studien von krankenversichern.at — eine zu Kassenarzt-Wartezeiten (1.591 Mystery-Calls), eine zu Wahlarzt-Honoraren (1.590 Mystery-Anfragen) — zeigen das gleiche Bild aus zwei Perspektiven. Eine private Zusatzversicherung löst beide Probleme gleichzeitig.
Für jede der 14 untersuchten Fachrichtungen zeigt die folgende Tabelle den Trade-off, vor dem österreichische Patient:innen 2026 stehen: lange Wartezeiten auf einen kostenlosen Kassenarzt-Termin — oder ein Wahlarzt-Honorar, das die ÖGK nur teilweise erstattet. Sortiert nach Wartezeit (Median) absteigend.
| Fachrichtung | Kassenarzt-Wartezeit (Median) | Wahlarzt-Honorar (Spanne) |
|---|---|---|
| Innere Medizin |
63 Tage
|
172 – 202 € |
| Psychiatrie |
61 Tage
|
194 – 208 € |
| Augenheilkunde |
52 Tage
|
170 – 187 € |
| Urologie |
48 Tage
|
227 – 310 € |
| Gynäkologie |
46 Tage
|
182 – 219 € |
| Neurologie |
42 Tage
|
142 – 189 € |
| Hautheilkunde |
36 Tage
|
160 – 164 € |
| Kardiologie |
33 Tage
|
187 – 213 € |
| Orthopädie |
24 Tage
|
178 – 190 € |
| HNO |
21 Tage
|
156 – 200 € |
| Pulmologie |
18 Tage
|
204 – 211 € |
| Pädiatrie |
17 Tage
|
152 – 159 € |
| Radiologie |
14 Tage
|
197 – 314 € |
| Hausarzt |
1 Tag
|
98 – 112 € |
Aus über 3.000 Datenpunkten hat unsere Analyse drei Spitzenwerte identifiziert, die das System-Dilemma besonders eindrücklich machen.
Patient:innen in OÖ warten im Median fast vier Monate auf einen Kassenarzt-Termin in der Psychiatrie — der höchste gemessene Wert unserer österreichweiten Erhebung.
Für eine einzelne MRT- oder CT-Untersuchung beim Wahlarzt in NÖ zahlen Patient:innen im Durchschnitt 314 € — der Spitzenwert aller untersuchten Fachrichtungen und Regionen.
Eine typische Wahlarzt-Behandlungskette aus Orthopäden-Erstgespräch (178 €) und nachfolgendem MRT (268 €) summiert sich auf 446 € — entspricht rund vier Monatsprämien einer Comfort-Zusatzversicherung.
Ein weit verbreiteter Irrtum: „Die Krankenkasse erstattet 80 % des Wahlarzt-Honorars." Das ist falsch. Die ÖGK, SVS und BVAEB erstatten 80 % des fiktiven Kassen-Tarifs — nicht 80 % der tatsächlichen Wahlarzt-Rechnung. Da der Kassen-Tarif deutlich niedriger ist als das übliche Wahlarzt-Honorar, bleibt ein erheblicher Eigenanteil:
Konkret: Wer einen Wahlarzt für 200 € konsultiert, erhält von der ÖGK typischerweise nur rund 48 € zurück (80 % von einem Kassen-Tarif von ca. 60 €). 76 % der Rechnung bleiben am Patienten hängen. Genau diese Lücke schließt eine private Zusatzversicherung.
Die drei großen Bundesländer Wien, Niederösterreich und Oberösterreich umfassen rund 60 % der österreichischen Bevölkerung. Die Daten zeigen je Region das ausgeprägteste Wartezeit-Problem sowie die teuerste Wahlarzt-Disziplin.
Eine private Krankenzusatzversicherung schließt exakt die Lücke, die beide Studien offenlegen. Sie ermöglicht den sofortigen Termin beim Wahlarzt — und übernimmt gleichzeitig den Eigenanteil, den die ÖGK nicht erstattet.
Für den sinnvollen Schutz mit Sonderklasse nach Unfall + Option auf Krankheit und Wahlarzt starten die Prämien bei 77 € pro Monat (OEGK-Versicherte unter 30 Jahren). Die Preisunterschiede zwischen den 8 österreichischen Anbietern betragen bis zu 70 % — ein unabhängiger Vergleich lohnt sich.
Alle Preise basieren auf OEGK-Versicherten und Standardtarifen (ohne WKO-Förderung). Die Spannweite zeigt günstigsten bis teuersten Anbieter pro Altersgruppe.
| Eintrittsalter | Basis Wahlarzt-Tarif | Comfort Wahlarzt + Sonderklasse (Unfall) | Premium Volle Sonderklasse + Wahlarzt |
|---|---|---|---|
| 18–29 Jahre |
ab 57 €
bis ca. 114 €
|
ab 59 €
bis ca. 133 €
|
ab 112 €
bis ca. 167 €
|
| 30–39 Jahre |
ab 72 €
bis ca. 123 €
|
ab 77 €
bis ca. 171 €
|
ab 143 €
bis ca. 219 €
|
| 40–49 Jahre |
ab 78 €
bis ca. 123 €
|
ab 98 €
bis ca. 124 €
|
ab 172 €
bis ca. 303 €
|
| 50–60 Jahre |
ab 109 €
bis ca. 142 €
|
ab 145 €
|
ab 259 €
bis ca. 410 €
|
Kontraintuitives Marktverhalten 2026: Der Comfort-Tarif hat mehr Leistung als Basis — aber die niedrigste Prämienteuerung aller Tarifklassen.
Die stark gestiegene Inanspruchnahme von Wahlärzten und angehobene Privathonorare schlagen im reinen Ambulant-Tarif voll durch.
Preisstabile Bausteine wie die Unfall-Deckung dämpfen die Wahlarzt-Inflation ab. Mehr Schutz bei geringerer Teuerung.
Stabile Kalkulation dank Altersrückstellungen und breiterer Risikoverteilung im Gesamtportfolio.
Während Basis- und Comfort-Tarife österreichweit einheitlich sind, zeigt der Premium-Tarif starke regionale Unterschiede — bedingt durch unterschiedliche Spitalskostentarife der Bundesländer.
Unsere Analyse von 78.000 Datenpunkten zeigt einen klaren U-Verlauf: Junge Erwachsene und Späteinsteiger sind am stärksten betroffen, die Erwerbsmitte profitiert vom moderatesten Anstieg.
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Eine Zusatzversicherung in Österreich ist eine freiwillige Versicherung, die die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung erweitert.
In Österreich gibt es zwei grundlegende Arten der Krankenversicherung: die gesetzliche Pflichtversicherung und die freiwillige Zusatzversicherung.
Pflichtversicherung: Die gesetzliche Krankenversicherung ist verpflichtend und bietet eine solide Grundversorgung. Diese Pflichtversicherung kann entweder bei der ÖGK, der SVS, oder der BVAEB (Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau) bestehen. Typisch sind lange Wartezeiten und eine standardisierte Versorgung ohne Wahlmöglichkeiten.
Zusatzversicherung: Die Zusatzversicherung ist hingegen freiwillig und bietet dir zusätzliche Leistungen, die über die Basisversorgung hinausgehen. Dazu gehören z.B. eine freie Arztwahl, bessere stationäre Unterbringung im Krankenhaus und der Zugang zu Privatkliniken. Die Zusatzversicherung wird zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung bei einer der 8 privaten Krankenversicherungen abgeschlossen.
Um die Unterschiede besser zu verstehen, schauen wir uns die Leistungsbereiche der gesetzlichen Pflichtversicherung und der Zusatzversicherung an:
| Leistungsbereich | Gesetzliche Krankenversicherung | Zusatzversicherung |
|---|---|---|
| Ambulante Versorgung | Nur Kassenärzte sind gedeckt, oft lange Wartezeiten, begrenzte Auswahl an Ärzten | Möglichkeit, einen Wahlarzt aufzusuchen, kürzere Wartezeiten, größere Auswahl an spezialisierten Ärzten, freie Arztwahl |
| Stationäre Versorgung | Unterbringung in der allgemeinen Gebührenklasse (4-8 Betten pro Zimmer) | Zugang zu Ein- oder Zweibettzimmern, Privatklinik, mehr Privatsphäre, schnellere Operationstermine, höherer Komfort |
| Freiwilligkeit | Verpflichtend für alle, die in Österreich arbeiten oder wohnen | Freiwillig, zusätzliche Leistungen können gewählt werden |
| Gesundheitsprüfung | Keine Gesundheitsprüfung notwendig | Gesundheitsprüfung vor Aufnahme, mögliche höhere Beiträge oder Ausschlüsse, dafür bessere individuelle Versorgung |
Eine Zusatzversicherung bietet viele Vorteile, die sich direkt auf deine Lebensqualität auswirken und dir mehr Sicherheit und Komfort bieten.
Sie ist ideal für all jene, die ihre medizinische Versorgung auf das nächste Level heben möchten und keine Kompromisse bei ihrer Gesundheit eingehen wollen.
Die Kosten für eine Zusatzversicherung in Österreich variieren stark und hängen von verschiedenen Faktoren ab.
Die monatlichen Prämien richten sich besonders nach:
Alter: Je jünger du bist, desto günstiger sind die Prämien, da das Risiko gesundheitlicher Probleme geringer ist.
Gesundheitszustand: Bestehende Erkrankungen oder Risiken können den Beitrag erhöhen.
Versicherungsumfang: Ein umfangreicherer Tarif (z.B. mit Zugang zur Privatklinik und Spezialisten) kostet entsprechend mehr.
Dabei bieten viele Versicherungen flexible Tarife an, die an deine individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.
Damit du eine bessere Vorstellung bekommst, wie viel eine private Krankenversicherung kosten kann, haben wir einige Beispiele zusammengestellt.
Einzelperson, 25 Jahre alt, Hauptwohnsitz Wien:
Sonderklasse mit Selbstbehalt und Privatarzt: ab 125 € monatlich
Sonderklasse nach Unfall und Privatarzt: ab 60 € monatlich
Nur Privatarzt: ab 55 € monatlich
Jungfamilie, zwei Erwachsene (beide 30 Jahre alt) und ein Kind (3 Jahre):
Sonderklasse mit Selbstbehalt und Privatarzt: ab 303 € monatlich
Sonderklasse nach Unfall und Privatarzt: ab 163 € monatlich
Nur Privatarzt: ab 148 € monatlich
Selbstbehalt vereinbaren: Durch einen höheren Selbstbehalt kannst du die monatliche Prämie deutlich senken.
Vergleichen: Nutze unseren Spezial-Vergleich, um die besten Tarife zu finden, die zu deinen Bedürfnissen passen.
Gruppenverträge: Wenn du mit deiner Familie eine Versicherung abschließt, kannst du von günstigeren Gruppenprämien profitieren.
Eine Zusatzversicherung ist eine freiwillige Versicherung und dient als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die private Krankenversicherung strukturiert sich in 3 wesentliche Teilbereiche, dem Krankenhaustarif, den Wahlarzttarif und Sonderleistungen.
Im Prinzip ist die Zusatzversicherung eine freiwillige Versicherung zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei beinhaltet sie 3 Teile: den Krankenhaustarif, den Wahlarzttarif und Sonderleistungen. Je mehr Leistungen beinhaltet sind, desto teuer ist die Zusatzversicherung.
Die Krankenhauszusatzversicherung beinhaltet die Sonderklasseversicherung und ermöglicht dir die Nutzung der Sonderklassestation in einem allgemeinen (öffentlichen) Krankenhaus oder die Nutzung eines Privatspitals. Üblich ist die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer.
Sehr. Die durchschnittliche Wartezeit für Operationen in Österreich ist 6 Wochen oder länger. Mit der Krankenhauszusatzversicherung kannst du Privatspitäler nützen und diese Wartezeiten erheblich reduzieren.
Eine Zusatzversicherung kostet in Österreich zwischen 20€ und 150 € pro Monat abhängig vom Alter und Leistungsumfang. Die Kosten werden stark geprägt von dem Leistungsumfang des Krankenhaustarifes. Dabei ist entscheidend, ob eine Sonderklassedeckung bei Krankheit gilt oder nicht.
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