Logopädie

Mit dem Begriff der Logopädie kommen viele Menschen im Laufe ihres Lebens in Berührung. Doch häufig ist nicht klar, was mit Logopädie gemeint ist und welchem Zweck sie dient. Daher haben wir hier für Sie einen Überblick über das Thema zusammengestellt:

Inhaltsverzeichnis
Private Krankenversicherung Kosten / Experte Sebastian Arthofer
Aktualisiert: September 2021

Autor: Sebastian Arthofer, MSc BSc
Position: Digital- & Marketingleiter

Was ist eine Logopädie?

Logopädie ist eine medizinisch-therapeutische Fachdisziplin und daher kommt folgende Logopädie Definition: Logopädie behandelt Probleme der Stimme, der Sprache, des Sprechens und des Schluckens sowie der Atmung. 

Genauer gesagt geht es bei der Logopädie um die Behandlung kommunikativer Störungen verbaler und nonverbaler Art. Diese können sich auf unterschiedlichste Weise zeigen. Beispielsweise können Schwierigkeiten mit der gesprochenen oder geschriebenen Sprache, des Sprachverständnisses oder der Artikulation auftreten.

Wann macht man Logopädie?

Der Bedarf an Logopädie wird vom Arzt diagnostiziert und verordnet. Es kann jedoch nicht jeder Arzt Logopädie verordnen, das dürfen nur HNO-Fachärzte, Kinderärzte, Kieferorthopäden, Zahnärzte oder Neurologen.

Ein eigens dafür ausgebildeter Logopäde oder Logopädin führt dann die Therapie durch. Doch in welchen Fällen kann Logopädie helfen und wann sollten Sie sie besuchen? 

Man unterscheidet hier zwischen Logopädie für Kinder und Logopädie für Erwachsene:

Logopädie bei Kindern

Kinder können in ihrer Entwicklung auf Sprachschwierigkeiten stoßen, wie “Sprechangst”, Lautfehlbildungen, Stottern, Poltern oder ähnliches. Bei Kindern kann die Logopädie dabei helfen die Anzeichen für eine gestörte Sprachentwicklung bereits früh zu erkennen und die Kommunikation zu verbessern. 

Bereits im Kindergarten werden Kinder darauf untersucht, ob sich ihre Sprache normal entwickelt. Dabei gilt als grober Richtwert, dass Kinder mit vier Jahren mit Gleichaltrigen mithalten können sollten. Ist das nicht der Fall, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, um das Problem festzustellen.

Als Elternteil kann es schwierig sein festzustellen, ob das Kind einen Logopäden braucht. Daher haben wir drei Tipps für Sie, wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen sollten. Erfüllt Ihr Kind eine dieser Kriterien nicht, so ist es ratsam einen Arzt um Hilfe zu bitten:

  • Vergleich Sie Ihr Kind ab dem vierten Lebensjahr mit gleichaltrigen Kindern. Ihr Kind sollte sich gleich gut ausdrücken können, einen ähnlich großen Wortschatz haben und die Worte richtig aussprechen.
  • Ihr Kind sollte mit drei Jahren einen Wortschatz haben, der mehr als 100 Wörter umfasst. Außerdem sollte es gut verständlich sein.
  • Auch sollte Ihr Kind Sie und andere Personen akustisch gut verstehen können.

Unser Tipp

Logopädie bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen kann Logopädie ebenfalls notwendig sein. Einerseits können Erwachsene weiterhin Sprachstörungen haben, die in der Kindheit noch nicht behandelt wurden, doch auch durch Unfälle oder Beeinträchtigungen der Person kann Logopädie notwendig sein. 

Sollten Sie beispielsweise eine Operation am Kehlkopf haben, so kann die Logopädie dabei helfen die Kommunikation wieder neu zu erlernen. Logopädie bei Erwachsenen kommt daher meist dafür zum Einsatz die Sprache wiederherzustellen, anstatt sie zu verbessern.

Was wird bei Logopädie gemacht?

Bei der Logopädie hilft die Logopädin oder der Logopäde Patienten dabei ihre Schwierigkeit in der Kommunikation zu überwinden. Je nachdem welche Schwierigkeiten der Patient hat, werden unterschiedliche Übungen durchgeführt und wiederholt. Diese Aufgaben werden in drei Gruppen eingeteilt. Es gibt Übungen der Sprachtherapie, der Sprechtherapie und der Stimmtherapie

Die unterschiedlichen Übungen werden dann sowohl in den einzelnen Therapiesitzungen, als auch Zuhause geübt und wiederholt. Meist verschreibt der Arzt zehn Einheiten für die Logopädie. Diese werden dann meist in wöchentlichen Terminen oder zweimal die Woche angesetzt. 

Unser Tipp

Logopädie Kosten

Wer die Kosten für den Besuch beim Logopäden übernimmt, hängt von den Umständen ab. Es gibt hierfür drei Möglichkeiten

  • Krankenkasse bezahlt die ganze Behandlung
  • Krankenkasse bezahlt einen Teil der Behandlung
  • Private Krankenversicherung bezahlt die ganze Behandlung

Da die Logopädie von einem Arzt verordnet wird, muss diese Verordnung danach bei der Krankenkasse eingereicht werden, die wiederum diese Verordnung bewilligt. Wenn Sie dann die Behandlung bei einem Vertragslogopäden Ihrer Krankenkasse durchführen lassen, so übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Therapie.

Sollten Sie selbst einen Logopäden oder eine Logopädin wählen wollen, der oder die keinen Vertrag mit Ihrer Krankenkasse hat, so tragen Sie die Kosten zunächst selbst. Sie können sich dann einen Teil der Kosten von der Krankenkasse zurückerstatten lassen. 

Unser Tipp

👉 Bei den privaten Krankenversicherungen gibt es jedoch viele unterschiedliche Angebote, die Sie wählen können. Daher ist es ratsam sich zunächst gut über sie zu informieren und die privaten Krankenversicherungen zu vergleichen.

Fazit

Bei der Logopädie handelt es sich um eine Therapie, die darauf abzielt die Kommunikationsfähigkeit einer Person zu verbessern. Dabei werden diverse Übungen durchgeführt, die der Person dabei helfen sollen, die individuellen Schwierigkeiten zu überwinden. Ein Arzt stellt fest, ob ein Bedarf an einer logopädischen Therapie besteht und verordnet diese dann.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Logopädie

Laut Definition ist Logopädie eine medizinisch-therapeutische Fachdisziplin, die Menschen dabei helfen soll Ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern oder wiederherzustellen.

Der Logopäde oder die Logopädin führt bei der Logopädie mit dem Patienten Übungen durch, die der Person dabei helfen sollen, ihre individuellen Schwierigkeiten mit der Kommunikation zu meistern.

Logopäden selbst sind keine Ärzte, sie sind speziell ausgebildete Therapeuten. Die Verordnung sich bei einem Logopäden behandeln zu lassen kommt jedoch von einem Arzt.

Die Logopädie wird meist von der Krankenkasse bezahlt, eine Ausnahme davon ist, wenn Sie zu einem Wahllogopäden gehen wollen. Bei einem Wahllogopäden tragen Sie die Kosten anfangs selbst und bekommen einen Teil zurückerstattet. Sollten Sie eine private Krankenversicherung haben, so übernimmt diese die gesamten Kosten.

Die Logopädie wird von einem Facharzt verordnet, dies kann entweder ein HNO-Facharzt, ein Kinderarzt, ein Kieferorthopäde, Zahnarzt oder Neurologe sein.

Menschen, die Schwierigkeiten mit der Kommunikation haben, also Stottern, Poltern, Worte nicht richtig aussprechen oder ähnliche Schwierigkeiten haben, besuchen einen Logopäden.

Generell sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, wenn Sie unsicher über die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes sind. Doch wenn diese Dinge nicht auf Ihr Kind zutreffen, so sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, der dann eine Logopädie verordnen kann:

  1. Vergleich Sie Ihr Kind ab dem vierten Lebensjahr mit gleichaltrigen Kindern. Ihr Kind sollte sich gleich gut ausdrücken können, einen ähnlich großen Wortschatz haben und die Worte richtig aussprechen.
  2. Ihr Kind sollte mit drei Jahren einen Wortschatz haben, der mehr als 100 Wörter umfasst. Außerdem sollte es gut verständlich sein.
  3. Auch sollte Ihr Kind Sie akustisch gut verstehen können.