Neue Analyse 2026

Wahlarzt-Kostenreport:
Warten auf die Kasse oder sofort zahlen?

Eine aktuelle Auswertung von 1.590 Ordinationen in Österreich zeigt: Der "schnelle Termin" beim Facharzt kostet Patienten im Median bis zu 268 Euro. Die private Krankenversicherung in Österreich boomt daher.

Sebastian Arthofer, MSc
Sebastian Arthofer, MSc Autor & Experte für die private Krankenversicherung, zuletzt aktualsiert am 09.02.2026

Die Kernergebnisse der Analyse

Basierend auf 1.590 Datensätzen aus ganz Österreich.

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Die finanzielle Spitze

Unsere Analyse zeigt: Wer sofort einen Termin braucht, zahlt im Median bis zu 268 Euro (Radiologie). Das ist der Preis für den "schnellen Zugang" zur Medizin.

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Das Kosten-Verhältnis

Ein einziger Facharzt-Termin entspricht rechnerisch oft der Prämie für 4 Monate private Vorsorge*. Das Kostenrisiko übersteigt die Absicherungskosten massiv.

*Basis: 30-jährige Person, Marktvergleich Bestbieter, Tarifkonzept Comfort.
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Die Diagnose-Kosten

Gesundheitsprobleme kommen selten allein. Eine typische Diagnose-Kette (z.B. Ersttermin Orthopäde + MRT) kostet Patienten schnell über 446 Euro*.

*Basis: Summe Median Orthopädie (178 €) + Radiologie (268 €).

Der Honorar-Spiegel 2026

Durchschnittliche Erstordinationskosten nach Fachrichtung in Österreich.

Detail-Analyse: Die Kostenschere im niedergelassenen Bereich

1. Die Kosten-Realität bei Fachärzten
Die aktuelle Markterhebung von krankenversichern.at (n=1.590 Ordinationen) zeigt, dass medizinische Versorgung zunehmend eine Frage der Liquidität wird. Während die Honorare für Allgemeinmediziner (Hausärzte) mit einem Durchschnitt von 108 Euro noch moderat erscheinen, explodieren die Kosten in technikintensiven Fachbereichen. Spitzenreiter ist die Radiologie, wo für MRT- oder CT-Untersuchungen im Schnitt 268 Euro fällig werden. Auch beratungsintensive Disziplinen wie Urologie (237 €) oder Kardiologie (211 €) liegen weit über dem Schnitt.

2. Das Problem der Rückerstattung (Der "Gap")
Für Patienten ohne private Zusatzversicherung entsteht hier ein erhebliches finanzielles Risiko. Die gesetzlichen Kassen (ÖGK, SVS, BVAEB) erstatten in der Regel nur 80 % des fiktiven Kassen-Tarifs – nicht 80 % der tatsächlichen Wahlarzt-Rechnung.
Ein Rechenbeispiel: Kostet der Wahlarzt 200 Euro, der Kassen-Tarif aber nur 60 Euro, erhält der Patient ca. 48 Euro zurück. Auf den restlichen 152 Euro bleibt er sitzen ("Out-of-Pocket Payment").

3. Methodik & Einordnung
Die Daten basieren auf einer österreichweiten Erhebung mittels Mystery Calling (telefonische Preisanfrage für Erstordinationen). Betrachtet wurde der Durchschnitt (arithmetisches Mittel), um ein umfassendes Marktbild über alle Bundesländer hinweg zu zeichnen. Die Zahlen belegen: Wer schnelle Termine im privaten Sektor sucht, muss mit Kosten rechnen, die oft ein Drittel eines österreichischen Netto-Monatseinkommens übersteigen.

Ihr persönlicher Kosten-Check

Wählen Sie Ihr Bundesland und schätzen Sie Ihre Arztbesuche für das kommende Jahr. Der Rechner ermittelt basierend auf 1.590 aktuellen Datensätzen Ihr Kostenrisiko.

Ihre Prognose

Wahlarzt-Rechnung (Gesamt): 0 €

Die gesetzliche Kasse erstattet davon erfahrungsgemäß oft nur ca. 20% der tatsächlichen Kosten.

Ihr geschätzter Eigenanteil: 0 €

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*Berechnung basierend auf Durchschnittswerten (Average) der Studie 2026 für das gewählte Bundesland für Erstgespräche. Folgegespräche können abweichen. Angenommener Selbstbehalt ca. 80% (konservative Schätzung).

Was kostet der Wahlarzt? Ein regionaler Preisvergleich

Wer in Österreich kurzfristig einen Termin beim Facharzt benötigt, greift oft auf Wahlärzte zurück. Die Honorarnoten variieren jedoch stark je nach Wohnort. Unsere Datenauswertung zeigt die Unterschiede zwischen Wien, Niederösterreich und Oberösterreich.

1. Radiologie: Ein massives Preisgefälle

Besonders auffällig sind die Unterschiede in der Radiologie. Hier ist Niederösterreich absoluter Spitzenreiter bei den Kosten, während Oberösterreich signifikant günstiger abschneidet.

Durchschnitts-Kosten Radiologie (in €)
Niederösterreich
314 €
Wien
289 €
Oberösterreich
197 €

2. Alle Fachrichtungen im Detail

Die folgende Tabelle zeigt die Durchschnitts-Honorare aller 14 untersuchten Fachrichtungen im direkten Bundesländer-Vergleich.

Fachrichtung Wien
Radiologie 289 € 314 € 197 €
Urologie 310 € 264 € 227 €
Pulmologie 204 € 211 € 205 €
Psychiatrie 194 € 208 € 205 €
Kardiologie 207 € 213 € 187 €
Gynäkologie 219 € 192 € 182 €
Innere Medizin 172 € 202 € 180 €
Orthopäde 178 € 181 € 190 €
Neurologie 189 € 142 € 187 €
Augenarzt 187 € 179 € 170 €
HNO 182 € 200 € 156 €
Kinderarzt 159 € 155 € 152 €
Hautarzt 164 € 161 € 160 €
Hausarzt 100 € 112 € 98 €

Info zur Rückerstattung

Die ÖGK erstattet in der Regel 80% des Kassenvertrags-Tarifs, nicht der tatsächlichen Rechnung. Bei hohen Preisunterschieden variiert daher Ihr Selbstbehalt stark.

Hintergrundwissen

Warum Preise variieren: Medizin zwischen Hilfe und Wirtschaft

Die "freie Wahl des Tarifes" ist das Grundprinzip des Wahlarztes. Doch diese Freiheit ist kein Willkür-Akt, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit.

Ein Wahlarzt ist nicht nur Mediziner, sondern auch Unternehmer. Die Honorarnote spiegelt nicht nur die medizinische Leistung wider, sondern auch die Infrastruktur. Eine hochmoderne Ordination im ersten Bezirk in Wien hat andere Fixkosten als eine Praxis im ländlichen Oberösterreich.

Sie bezahlen beim Wahlarzt nicht nur für die Diagnose. Sie bezahlen für das, was im Kassensystem oft fehlt: Zeit und Aufmerksamkeit.

Der Faktor Zeit

Kassenmedizin muss oft im 5-Minuten-Takt funktionieren. Wahlärzte kalkulieren oft 30 bis 60 Minuten pro Patient. Dieser Zeit-Luxus ist der größte Preistreiber.

Ausstattung & Lage

High-Tech Geräte (z.B. in der Radiologie oder Augenheilkunde) kosten Millionen. Diese Investitionen müssen über das Honorar refinanziert werden.

Verfügbarkeit

Der Preis reguliert oft auch die Nachfrage. Höhere Tarife ermöglichen kurzfristige Termine für Akutfälle, ohne monatelange Wartezeiten.

Methodik & Datenbasis

Die aktuelle Wahlarzt-Analyse basiert auf 1.590 durchgeführten Mystery-Anfragen mit konkreten Kostenrückmeldungen bei Ärzt:innen in ganz Österreich.

  • Zeitraum: Erhoben wurden die Daten zwischen dem 25. November 2025 und 03. Februar 2026.
  • Repräsentativität: Die Auswahl der Ärzt:innen erfolgte gewichtet nach der Bevölkerungszahl der Bundesländer. Die Stichprobengröße wurde über alle 14 Fachrichtungen hinweg konstant gehalten.
  • Szenario: Angefragt wurde ein Erstgespräch/Kontrolluntersuchung. Es wurden keine Folgebehandlungen angefragt, da die meist deutlich kostspieliger sind.

Fazit: Gesundheit ist eine Entscheidung

Unsere Daten zeigen deutlich: Die Kosten für Wahlärzte in Österreich variieren stark – von günstigen 98 € für den Hausarzt in Oberösterreich bis zu Spitzenwerten in der Wiener Radiologie. Doch eines haben alle gemeinsam: Die gesetzliche Kasse deckt oft nur einen Bruchteil.

Wer Wert auf Zeit, moderne Ausstattung und schnelle Termine legt, kommt am Wahlarzt kaum vorbei. Damit die "freie Arztwahl" nicht zur finanziellen Belastung wird, ist die richtige Absicherung entscheidend.

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Sebastian Arthofer, MSc

Ist unabhängiger Experte für private Krankenversicherungen in Österreich. Unser Ziel ist es, durch umfassende Analysen und transparente Information Klarheit für Kund:innen zu schaffen – damit jeder die beste Entscheidung zur eigenen Absicherung treffen kann. Mehr zur Person finden Sie auf der Autorenseite.