Private Krankenversicherung Österreich: Alle wichtigen Statistiken auf einen Blick

Zuletzt aktualisiert: 17.05.2024
Autor: Sebastian Arthofer, MSc

In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Entwicklung und aktuellen Statistiken der privaten Krankenversicherung in Österreich, basierend auf den jüngsten Daten von 2023 und deren Vergleich mit dem Vorjahr.

Im Jahr 2023 stiegen die Prämieneinnahmen außerordentlich um 8,6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Zudem wurden Leistungen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro verbucht, was einem Anstieg von 8,1 Prozent entspricht.

Die Steigerung der Prämien und Leistungen ist auf die hohe Inflationsanpassung seitens der privaten Krankenversicherung im Jahr 2023 zurückzuführen.

Wie viele Netto-Neukunden in der privaten Krankenversicherung gibt es pro Jahr?


Neuversicherte private Krankenversicherung pro Jahr

Die Anzahl der Netto-Neukunden zeigt eine bemerkenswerte Vervierfachung von 14.842 im Jahr 2022 auf 60.278 im Jahr 2023. Diese signifikante Steigerung wird unserer Meinung nach durch die starke Nachfrage nach Wahlarztversicherungen angetrieben.

In einer Zeit, in der viele Patienten Schwierigkeiten haben, zeitnah reguläre Arzttermine zu bekommen, bieten Wahlarztversicherungen eine attraktive Alternative. Sie ermöglichen einen schnelleren Zugang zu medizinischen Leistungen und spezialisierten Fachärzten, was die Attraktivität dieser Versicherungsart erheblich gesteigert hat. Dies spiegelt sich deutlich in der steigenden Anzahl an Neukunden wider, die diese Versicherungsoption wählen, um ihre Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Wie viele privat Versicherte Personen gibt es in Österreich?


Anzahl der privat krankenversicherten österreicher

In Österreich gibt es im Jahr 2023 insgesamt 3.500.694 privat Versicherte (Privatpatienten). Dies stellt eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr dar (+1.8%).

Die Anzahl der Versicherten in der privaten Krankenversicherung in Österreich hat sich in den Jahren von 2019 bis 2023 stetig, wenn auch moderat, erhöht. Im Detail sah die Entwicklung wie folgt aus:

  • 2019: 3.352.977 Versicherte
    2020: 3.383.419 Versicherte
    2021: 3.425.574 Versicherte
    2022: 3.440.416 Versicherte
    2023: 3.500.694 Versicherte

  2023: Höchster Zuwachs an Privatpatienten in den letzten 4 Jahren

Die Wachstumsrate der Versichertenanzahl variierte in diesen Jahren, mit einer Steigerung von 1,9% im Jahr 2019, 0,9% im Jahr 2020, 1,2% im Jahr 2021 und einer verminderten Steigerung von 0,4% im Jahr 2022, steigt die Wachstumsrate für 2023 auf 1,8%.

Es ist bemerkenswert, dass trotz der Herausforderungen und Unsicherheiten, die durch die globale Gesundheitskrise ausgelöst wurden, die Anzahl der Versicherten in der privaten Krankenversicherung weiterhin gewachsen ist. Dies könnte auf das erhöhte Gesundheitsbewusstsein und die Notwendigkeit einer umfassenden Gesundheitsversorgung zurückzuführen sein.

Die Gesamtanzahl der Versicherten stieg in diesem Zeitraum von 3.352.977 auf 3.500.694, was einem Anstieg von etwa 147.717 Versicherten oder 4,4% über vier Jahre entspricht.

  Wachstumsrate angestiegen, Anzahl Versicherte erhöht sich um 1,8% oder ~60.000 neue Privatversicherte in 2023.

Nach einer moderaten Steigerung von 0,4% im Jahr 2022 hat sich die Wachstumsrate der privat Versicherten in Österreich im Jahr 2023 deutlich auf 1,8% erhöht, was einer Vervierfachung entspricht. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die herausfordernde Situation zurückzuführen, dass viele Kunden keine Termine beim Arzt bekommen und somit auf die Wahlarztversorgung ausweichen. Dies zeigt sich auch in der Steigerungsrate der Arztleistungen mit 17,8% für 2023, was in den letzten vier Jahren das absolute Höchstmaß darstellt.

In der Analyse der Trends und Muster dieser Entwicklung ist es entscheidend, sowohl makroökonomische als auch sektorspezifische Faktoren zu berücksichtigen. Das Verständnis der Dynamik, die diese Veränderungen antreibt, ist entscheidend für die Vorhersage zukünftiger Trends und die Anpassung der Strategien von Versicherungsanbietern, um den sich ändernden Bedürfnissen und Erwartungen der Versicherten gerecht zu werden.


Wie verteilen sich die Marktanteile der privaten Krankenversicherung in Österreich?

Die Marktanteile der privaten Krankenversicherung in Österreich zeigen im Jahr 2023 eine leichte Veränderung im Vergleich zu 2022.

AnbieterMarktanteil 2022 (%)Marktanteil 2023 (%)Veränderung (%)
UNIQA Österreich Versicherungen AG44,043,9-0,1
Merkur Versicherung AG18,518,7+0,2
WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group17,717,5-0,2
Generali Versicherung AG13,613,2-0,4
Allianz Elementar Versicherungs-AG4,54,8+0,3
DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group1,00,9-0,1
MuKi Versicherungsverein a.G.0,60,60,0
ERGO Versicherung AG0,20,20,0
Wüstenrot Versicherungs-AG0,20,20,0
  • UNIQA Österreich Versicherungen AG bleibt weiterhin der Marktführer mit einem Marktanteil von 43,9%, was nahezu unverändert gegenüber den 44,0% im Jahr 2022 ist. Auf dem zweiten Platz folgt die Merkur Versicherung AG, die ihren Marktanteil von 18,5% im Jahr 2022 auf 18,7% im Jahr 2023 leicht steigern konnte.
  • Die WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group verzeichnete einen geringfügigen Rückgang ihres Marktanteils von 17,7% im Jahr 2022 auf 17,5% im Jahr 2023.
  • Generali Versicherung AG hält den vierten Platz mit einem leichten Rückgang von 13,6% auf 13,2%.
  • Allianz Elementar Versicherungs-AG konnte ihren Marktanteil von 4,5% im Jahr 2022 auf 4,8% im Jahr 2023 steigern und belegt damit den fünften Platz.
  • Die DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group verzeichnete ebenfalls einen leichten Rückgang von 1,0% auf 0,9%.
  • MuKi Versicherungsverein a.G. und Wüstenrot Versicherungs-AG verzeichneten ebenfalls geringfügige Änderungen in ihren Marktanteilen.
  • MuKi fiel von 0,6% auf 0,6%, während Wüstenrot von 0,2% auf 0,2% leicht zulegte. ERGO Versicherung AG bleibt konstant bei 0,2%.

Diese Veränderungen in den Marktanteilen spiegeln die Dynamik und den Wettbewerb innerhalb der privaten Krankenversicherungsbranche in Österreich wider und unterstreichen die anhaltende Dominanz der führenden Versicherungsunternehmen.


Welche Leistungen zahlt die private Krankenversicherung?


ausbezahlte Leistungen der privaten krankenversicherung

Im Jahr 2023 beliefen sich die Gesamtauszahlungen der privaten Krankenversicherung in Österreich auf beachtliche 1.780 Mio€, was einem Anstieg von 12,3% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die größten Ausgaben sind die Übernahme der Krankenhauskosten mit 1.033 Mio€ was rund 58% der Gesamtkosten ausmacht. 

Die Leistungen der privaten Krankenversicherung pro Jahr und Kategorie im Verlauf:

Leistungsarten und Kosten (in Mio €)

Leistungsart20192020202120222023
Arztleistungen168,78178,62194,579220,28259,55
Medikamente40,6742,7344,8452,9063,87
Besondere Untersuchungen, Behandlungen und Heilbehelfe163,07156,76177,41200,41224,93
Zahnbehandlung40,2139,2040,2242,7747,32
Kurleistung37,2229,2830,8339,8541,31
Sterbegeld0,0930,0660,0930,0820,069
Krankengeld5,765,445,886,446,73
Spitalgeld90,4080,7779,6782,8288,74
Begleitperson1,000,800,730,971,51
Krankenhauskostenersatz918,32875,65856,92930,351.033,58
Auslandsreiseversicherung11,2710,926,098,5012,50
Summe1.476,811.420,231.437,251.585,371.780,10

 

Arztleistungen signifikant gestiegen

private krankenversicherung arztleistungen steigerung pro jahrDieser Betrag verteilt sich auf eine Vielzahl spezifischer Leistungsarten, die den Versicherten zur Verfügung stehen. Arztleistungen stiegen signifikant um 17,8% (1) auf 259,55 Millionen Euro, was 14,6% der Gesamtauszahlungen ausmacht.

Medikamentenkosten, die 3,6% der Gesamtauszahlungen ausmachen, erlebten ebenfalls einen bemerkenswerten Anstieg von 20,7%, wobei die Ausgaben auf 63,87 Millionen Euro stiegen.

Besondere Untersuchungen, Behandlungen und Heilbehelfe machten 12,6% der Gesamtauszahlungen aus und stiegen um 12,2% auf 224,93 Millionen Euro. Zahnbehandlungskosten, die 2,7% der Gesamtauszahlungen ausmachen, stiegen um 10,7% auf 47,324 Millionen Euro.

Die private Krankenversicherung in Österreich bietet auch eine Auslandsreiseversicherung, die im Jahr 2023 um 47,0% auf 12,50 Millionen Euro stieg, was die kontinuierliche Anpassung und Erweiterung der Deckungsbereiche unterstreicht, um den vielfältigen und dynamischen Bedürfnissen der Versicherten gerecht zu werden.

Fazit: wir sehen also allgemein mit 12,3% sowie speziell im Bereich der Arztleistungen (17,8%) einen massiven Anstieg der ausbezahlten Leistungen bei Wahlärzten.

Speziell mit dem Jahr 2021 begann der starke Anstieg an ausbezahlten Leistungen und erreicht in 2023 somit einen Höchststand.

Dies ist zurückzuführen auf den starken Anstieg der Nachfrage an Wahlarztversicherung und der privaten Krankenversicherung generell (4x Anstieg iVgl zu 2022).

So setzten sich die Kosten zusammen:

auszahlung der private krankenversicherung nach kategorien

Wie viel % der der Österreicher sind privat versichert? Und in welchem Bundesland ist der höchste Anteil?


In Österreich sind 38,4% der Gesamtbevölkerung in 2023 privat krankenversichert, wobei signifikante regionale Unterschiede zu beobachten sind.

privatversicherte pro Bundesland in österreich

Kärnten auf Platz #1 bei der Gesamtsumme der Versicherten

Kärnten führt mit einer beeindruckenden Versicherungsquote von 51,17% der Bevölkerung, gefolgt von Wien, wo 45,11% der Stadtbevölkerung privat versichert sind. In der Steiermark sind 42,35% der Menschen privat versichert, während in Salzburg 48,07% der Bevölkerung eine private Krankenversicherung haben.

Die niedrigsten Raten der privaten Krankenversicherung finden sich in Niederösterreich und Vorarlberg, wo jeweils nur 26,66% bzw. 31,73% der Bevölkerung privat versichert sind. Burgenland liegt mit einer Quote von 31,37% knapp darüber. Oberösterreich und Tirol haben ähnliche Raten von 32,48% bzw. 38,42%.

Salzburg auf Platz #1 bei den Krankenhauskosten-Versicherten

Wenn wir speziell die Krankenhauskosten-Versicherten betrachten, so liegt Salzburg mit 36,6% der Bevölkerung an der Spitze. Interessanterweise hat Wien in dieser Kategorie mit 21,8% die zweitniedrigste Abdeckungsrate, obwohl es bei den Gesamtversicherten recht hoch liegt. Dies könnte auf eine breitere Diversifikation der Versicherungsprodukte in der Hauptstadt zurückzuführen sein.

Diese regionalen Unterschiede in der Verbreitung privater Krankenversicherungen könnten auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen sein, einschließlich des Einkommensniveaus, der Verfügbarkeit und Qualität öffentlicher Gesundheitsdienste sowie der Präferenzen und Prioritäten der lokalen Bevölkerung in Bezug auf Gesundheitsdienstleistungen und -schutz.

Die Daten unterstreichen die Notwendigkeit, sowohl nationale als auch regionale Trends und Präferenzen zu berücksichtigen, um ein umfassendes Bild der Landschaft der privaten Krankenversicherung in Österreich zu erhalten.

Quelle: VVO Publikationen

Sebastian Arthofer
Sebastian Arthofer, MSc

Sebastian Arthofer, Akad. FDL ist Experte auf dem Gebiet der privaten Krankenversicherungen für Österreich. Er engagiert sich dafür, Klarheit im Versicherungsbereich zu schaffen, damit die Kunden vollumfängliche die beste Information zur privaten Krankenversicherung erhalten. Weitere Infos zu Benjamin finden Sie auf unserer Autorenseite.