Neue STUDIE 2026

Österreichweite Studie zeigt:
Rund jeder dritte Kassenarzt hat Aufnahmestopp

Eine aktuelle Auswertung von 1.112 Ordinationen in Österreich zeigt: Die Kassenmedizin stößt an ihre Grenzen. Im Median haben 32 % der Kassenordinationen einen Aufnahmestopp.

Sebastian Arthofer, MSc
Sebastian Arthofer, MSc Studienleiter, zuletzt aktualsiert am 08.06.2026

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick: Wie schwer ist der Zugang zum Kassenarzt wirklich?

Warum diese Studie? Uns ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten in Österreich bestmöglich informiert sind – gerade dann, wenn der Zugang zur Versorgung zur Herausforderung wird. In unseren Beratungen hören wir tagtäglich, wie schwer es vielen fällt, überhaupt noch einen Termin beim Kassenarzt zu bekommen. Was bislang fehlte, war eine belastbare Datengrundlage. Genau das war unser Ziel, die Frage: Wie viele Kassenärzte in Österreich nehmen aktuell überhaupt keine neuen Patientinnen und Patienten mehr auf?

Jeder 3.

Kassenarzt nimmt aktuell keine neuen Patienten mehr auf.

Median: 31,8 %
2 von 3

Haut- & Frauenärzte nehmen keine neuen Patienten mehr auf.

Spitzenwert: 65,9 %
1.112
verifizierte Rückmeldungen
± 2,6 %
Fehlermarge
95 %
Konfidenzniveau
14
Fachrichtungen
9
Bundesländer

Aufnahmestopp nach Fachrichtung (österreichweit)

Anteil der Kassenärzte je Fachrichtung, der keine Neupatienten annimmt (in %). Gestrichelte Linie = Median (typische Fachrichtung).

Median 31,8 %
Dermatologie (Haut)
65,9 %
Gynäkologie
65,2 %
HNO
36,9 %
Hausarzt
36,7 %
Psychiatrie
33,3 %
Orthopädie
32,4 %
Innere Medizin
32,1 %
Augenarzt
31,5 %
Urologie
30,4 %
Kardiologie
29,0 %
Pulmologie
25,3 %
Pädiatrie
25,3 %
Neurologie
23,9 %
Radiologie
14,9 %

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Detailauswertung nach Bundesland auf Anfrage

Die vorliegende Studie bildet die österreichweiten und fachbezogenen Ergebnisse ab. Vertiefende Auswertungen auf Bundesland-Ebene stellen wir Redaktionen auf Anfrage gerne zur Verfügung – inklusive der jeweiligen Fallzahlen zur statistischen Einordnung.

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Hinter den Zahlen: Wie es zu den Aufnahmestopps kommt

Die Daten zeigen, dass die Kassenversorgung in Österreich vielerorts an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Dass im Schnitt rund jeder dritte Kassenarzt derzeit keine neuen Patientinnen und Patienten aufnimmt, sollte dabei nicht als Unwillen der Ärzteschaft verstanden werden. Die meisten Ordinationen arbeiten bereits an ihrer Auslastungsgrenze – die Gründe dafür liegen überwiegend in den Rahmenbedingungen des Systems.

1. Begrenzte Kapazitäten in den Ordinationen

Ein Aufnahmestopp ist in vielen Kassenpraxen eine Folge hoher Auslastung. Durch die Begrenzung neuer Aufnahmen lassen sich die Behandlungsqualität, die Patientensicherheit und ausreichend Zeit pro Konsultation für die bestehenden Patientinnen und Patienten aufrechterhalten.

2. Auswirkungen für Patientinnen und Patienten

Für Patientinnen und Patienten bedeutet die hohe Auslastung vor allem längere Wartezeiten auf einen Kassentermin – je nach Fachrichtung und Region unterschiedlich stark. Wer früher einen Termin benötigt, weicht häufiger auf Wahlärztinnen und ‑ärzte aus. Deren Leistungen werden zunächst privat bezahlt, wovon die Kasse nur einen Teil erstattet.

Einschätzung

Wenn Patientinnen und Patienten bis zu 63 Tage auf einen Termin warten und inzwischen rund jeder dritte Kassenarzt keine neuen Patienten mehr aufnimmt, dann ist eine private Krankenversicherung für viele längst kein Luxus mehr – sondern eine Notwendigkeit.
Sebastian Arthofer COO krankenversichern.at
Sebastian Arthofer, MSc Co-Gründer & COO · krankenversichern.at
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0,0%
Aufnahmestopp
Konkret heißt das

0Tage
Ø Kassen-Wartezeit (Median)
0
Privat-Honorar (Wahlarzt)
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Werte: Österreich-Durchschnitt · Quellen: Aufnahmestopp-Studie, Wartezeitenstudie & Wahlarzt-Kostenreport von krankenversichern.at

Transparenz & Methodik

So haben wir erhoben

Wir legen die komplette Erhebung offen – damit du die Ergebnisse nachvollziehen, einordnen und überprüfen kannst.

Die Ergebnisse beruhen auf einer breiten, verifizierten Datenbasis: Insgesamt flossen n = 1.112 valide Rückmeldungen von Kassenärztinnen und Kassenärzten aus ganz Österreich in die Auswertung ein. Bei einem Konfidenzniveau von 95 % beträgt die maximale Fehlermarge der Gesamtergebnisse damit ± 2,6 %.
Die Erhebung erfolgte über eine standardisierte, verdeckte schriftliche Anfrage als Neupatient (per E-Mail): Im Namen einer Person, die neu in den jeweiligen Ort gezogen ist, wurde bei den Praxen ein regulärer Termin angefragt. Blieb eine Antwort aus, erfolgte zusätzlich ein telefonisches Follow-up – so wird eine bloße Nicht-Reaktion (etwa an Feier- oder Urlaubstagen) zuverlässig von einem echten Aufnahmestopp unterschieden.

Als Aufnahmestopp gewertet wurde eine Praxis nur dann, wenn kein Termin angeboten wurde bzw. ausdrücklich mitgeteilt wurde, aktuell keine neuen Patienten aufzunehmen. Befristete Verweise – etwa „derzeit nicht, aber im Herbst wieder“ – wurden nicht als Aufnahmestopp gewertet.

Um die alltägliche Versorgungsrealität präzise abzubilden, lag der Fokus konsequent auf Routine- und Vorsorgeterminen – also jenen Anliegen, mit denen Patientinnen und Patienten am häufigsten einen Termin suchen. Getestet wurden standardisierte Alltagsszenarien, zum Beispiel:
Routine-Augenkontrolle Termin für MRT-Überweisung HNO-/Ohrenkontrolle

Akute Notfälle wurden bewusst ausgeschlossen, da hier gesetzliche und ethische Behandlungspflichten greifen und andere Kapazitätsmechanismen aktivieren.

Die Auswahl der Praxen erfolgte nach dem Zufallsprinzip auf Basis der offiziellen Arztsuche der Österreichischen Ärztekammer. Als Auswahlrahmen diente das alphabetisch geordnete Verzeichnis der niedergelassenen Kassenärzte; eine nachträgliche Gewichtung einzelner Praxen oder Regionen fand nicht statt. Erhoben wurde über alle 14 Fachrichtungen und alle Bundesländer hinweg. Die regionale Verteilung der Stichprobe spiegelt damit die tatsächliche Verteilung der Kassenärzte wider und entspricht weitgehend der Bevölkerungsverteilung Österreichs.
Die Erhebung erfolgte innerhalb eines fest definierten Zeitfensters: vom 18. Mai 2026 bis einschließlich 5. Juni 2026. Durch diese zeitliche Eingrenzung wird sichergestellt, dass saisonale Sondereffekte (etwa Urlaubszeiten oder Grippewellen) den ermittelten Aufnahmestopp-Status nicht verzerren.
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Zitierweise: „Aufnahmestopp-Studie 2026, krankenversichern.at." · Nutzung: Texte, Kennzahlen und Grafiken honorarfrei unter Nennung der Quelle und Verlinkung auf krankenversichern.at. · Bildnachweis: Foto Sebastian Arthofer © krankenversichern.at.